Flörsheim, Salzgefäß, Ende 18 Jh. (Ke 1948)

Flörsheim, Salzgefäß, Ende 18 Jh. (Ke 1948)
Inv.Nr.
Ke 1948
Inv.Nr. (alt)
HG 9765
Zugangsregisternr.
ZR 1943/41
Material
Flörsheimer Fayence, Scharffeuermalerei
Maße
Höhe 6,8 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
unterseitig, verblasste schwarze Schrift, vmtl. erst im GNM aufgetragen: mglw. Name der Manufaktur?
DatumProvenienz
22.04.1943Germanisches Nationalmuseum, erworben im Tausch von Steinhauser (Kunsthandlung Ludwig Steinhauser)[1]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist bedenklich, es liegen Verdachtsmomente vor.

1943 erwarb das Museum ein Konvolut von sieben Objekten aus Flörsheimer Fayence vom Münchner Kunsthändler Ludwig Steinhauser im Tausch (Ke 465, Ke 466, Ke 475, Ke 547, Ke 1948, Ke 2065, Ke 2069). Welche Objekte dafür abgegeben wurden, ist nicht bekannt; der im Zugangsregister erwähnte Tauschakt scheint sich nicht erhalten zu haben.

Laut Eintrag im Zugangsregister und Inventar soll der Bestand „aus dem Besitz eines Nachkommens des Gründers der Manufaktur“ stammen. Die Manufaktur Flörsheim wurde 1765 von Karthäuser-Prior Valentinus Thomasen, dem Faktor der Durlacher Fayence-Fabrik Georg Ludwig Müller und dem Fayence- und Porzellanhändler Friedrich Kaltenbach gegründet; kurz danach wurde Kaspar Dreste Direktor.[2] Ob die Angabe zum Vorbesitzer tatsächlich stimmt und um wen es sich handeln könnte, konnte nicht geklärt werden.

Keines der Objekte lässt sich jedenfalls bislang mit Sicherheit im Kunsthandel nachweisen.[3] Steinhauser gehört zu den Kunsthändlern, die Teile der 1938 beschlagnahmten Sammlung von Igo Levi übernahmen.[4] Es gibt aktuell auch keine Hinweise auf eine Herkunft der Objekte aus der Sammlung Levi.



[1] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 1948, HG 9765 (Tausch).

[2] Karl Schafft: Flörsheimer Fayencen. Auf der Grundlage der Dissertation von Lothar de Haye – Flörsheimer Fayencen – neu bearbeitet. Darmstadt 1977. – Michel Oppenheim: Die Flörsheimer Fayencefabrik. In: Jahrbuch der Vereinigung Freunde der Universität Mainz, 1962, S. 76–86.

[3] Ein Ke 2065 ähnlicher Teller taucht allerdings unter den Ankäufen Steinhausers auf Versteigerungen des Münchner Auktionshauses Adolf Weinmüller auf: Fayencen (Sammlung G. Karlsruhe), Barock-Möbel, Gemälde alter und neuer Meister, Teppiche, Textilien, Kleinkunst, Bücher (Katalog 29). Aukt.Kat. Münchener Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller, München, 4.–5. Dezember 1941, URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/weinmueller1941_12_04 [15.04.2015], Los-Nr. 281: „Teller. Mit Blumendekor. Marke F. - D. 24,5 cm“. Einlieferer war laut dem annotierten Exemplar des Auktionskataloges „Geiger“ aus Karlsruhe, s. dazu auch Ke 2045. Ich danke Meike Hopp, ZI München, für Auskünfte zu den Erwerbungen Steinhausers auf Weinmüller-Auktionen, Email vom 30.5.2016.

[4] S. dazu Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.

Bearbeitung
AE