Nürnberg, Amor als Löwenbändiger, um 1550/60 (HG 9344)

Nürnberg, Amor als Löwenbändiger, um 1550/60 (HG 9344)
Inv.Nr.
HG 9344
Zugangsregisternr.
ZR 1939/86
Alternativer Titel
Teil eines Tischbrunnens
Material
Bronze, Vollguss, vergoldet
Maße
Höhe 14,5 cm
Breite 7 cm
Tiefe 13 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
nicht erfolgt
DatumProvenienz
spätestens 25.10.1927James Simon, Berlin, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
25./26.10.1927Böhler (Kunsthandlung Julius Böhler), erworben auf der Auktion Mueller (Frederik Mueller & Cie.), Amsterdam, Los-Nr. 160, eingeliefert von James Simon[2]
06.11.1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Schenkung von Böhler (Kunsthandlung Julius Böhler)[3]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich.

Der Bronze-Putto kam als Geschenk der Kunsthandlung Julius Böhler am 9. November 1939 ans Germanische Nationalmuseum. Er war seit dem 14. November 1927 im Bestand der Kunsthandlung, die es für 1.215 RM aus einer Versteigerung in Amsterdam erworben hatte. Das Kontokurrentbuch Böhlers weist als Vorbesitzer „Auktion Simon Nr. 160“ nach. Das Objekt befand sich demnach zuvor im Besitz des 1932 verstorbenen Berliner Unternehmers, Sammlers und Mäzens der Berliner Museen James Simon, von dessen Sammlung Teile am 25. und 26. Oktober 1927 in Amsterdam von Frederik Muller & Cie. versteigert wurden. Dem Katalog war ein Vorwort Wilhelm von Bodes vorangestellt, dem ehemaligen Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, der den Sammler schon beim Aufbau der Sammlung beraten hatte. An der Abbildung der Nr. 160, bei der es sich um HG 9344 handelt, ist im Katalog (Digitalisat) mit Bleistift hs. vermerkt: „650,-“; wobei es sich um den Zuschlagspreis in niederländischen Gulden handeln dürfte. Dies entspräche – ein Aufgeld von rund 10 Prozent hinzugerechnet[4] – der Summe von 1.215 RM, die Böhler als Ankaufspreis notierte.[5]

Weitere Informationen: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2017, S. 30–32, Kat.Nr. 1.3, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1]Aukt.Kat. Muller & Cie. 1927, 25.–26. Oktober. Collection Dr. James Simon de Berlin. Catalogue des tableaux, miniatures, bronzes, sculptures, ivoires, cires, bijoux, objets de vitrine, tapis, tapisseries, étoffes, meubles. Les 25 et 26 octobre 1927. Bearb. von Anton Mensing. Aukt.Kat. Frederik Muller & Cie., Amsterdam, 25.–26. Oktober 1927, URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/muller1927_10_25/0005 [07.07.2017], S. 23 (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/muller1927_10_25/0043, Abb. 160, unpaginiert (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/muller1927_10_25/0094) [07.07.2017].

[2]BWA München, F 43 Kontokorrentbuch, November 1939 und Lagerbuch Nr. „27209“ (Kaufpreis 1.215 RM).

[3]Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9344.

[4]Gulden-Tageskurs am 26. Oktober – 100 Gulden: 168 RM, nach Finanz- und Handelsblatt der Vossischen Zeitung, Beilage zu Vossische Zeitung vom 26.10.1927, Nr. 507 (Abend).

[5]ZI München, Photothek, Fotobestand Kunsthandlung Julius Böhler, Karteikarte „27209“.

Bearbeitung
TS (Text und Recherche)
AE (Recherche)