Nachbildung/Nachguss eines bronzenen Kronleuchters des 15. Jahrhunderts, Letztes Viertel 19. Jahrhundert (HG 9640)

Nachbildung/Nachguss eines bronzenen Kronleuchters des 15. Jahrhunderts, Letztes Viertel 19. Jahrhundert (HG 9640)
Inv.Nr.
HG 9640
Zugangsregisternr.
ZR 1942/91
Alternativer Titel
Sechsarmige Bronzekrone mit der Figur eines Löwen am Schaft
Material
Kupferlegierung, gegossen
Maße
Höhe 41,6 cm
Durchmesser 40 cm
Gewicht 4503 g
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
nicht erfolgt
DatumProvenienz
07.11.1942Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Schenkung von Haus für Alte Kunst (Albert Loevenich)[1]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist bedenklich, es liegen Verdachtsmomente vor.

Der Bronzeleuchter wurde dem Museum 1942 von Albert Loevenich geschenkt. Beim Zugang galt er als Arbeit des 15. Jahrhunderts, wird heute aber als Nachbildung des 19. Jahrhunderts bewertet. Loevenich betrieb seit 1941 neben seiner Kölner Kunsthandlung auch ein Geschäft in Paris. Laut den Erwerbsinformationen des Museums stammt der Leuchter aus dem Kölner Geschäft Loevenichs. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Loevenich ihn in Frankreich erworben und nach Deutschland verbracht hatte. Er ließ sich nicht in Verhörprotokollen, Geschäftskorrespondenz und anderen Geschäftsunterlagen der Pariser Kunsthandlung Loevenichs in den National Archives Washington nachweisen.[2]

Bei dem Kölner Auktionshaus Lempertz wurde 1940 und 1941 jeweils ein (möglicherweise der identische?) „kleiner gotischer Kronleuchter“ angeboten.[3] Die Beschreibungen in den jeweiligen Auktionskatalogen (1940, Los-Nr. 337: „Kleiner gotischer Kronleuchter aus Messingbronze. Die Schaftspindel mit beweglicher Löwenfigur. Sechs gotische Eichenlaubarme tragen die sechs Tüllen. Mit Hängehiel. H. (ohne Hiel) 42 cm“; 1941, Los-Nr. 347: „Kleiner gotischer Kronleuchter aus Messingbronze. Sechs Rankenarme setzen sich um den flaschenförmigen Schaft, den ein Löwe bekrönt“ (laut Besitzerverzeichnis aus dem Besitz einer alten rheinischen Familie)) ähneln dem im Museum befindlichen HG 9640. Da es sich bei dem Museumsobjekt um eine Nachbildung eines Kronleuchters im Stadtarchiv Lüneburg handeln soll, ist nicht ausgeschlossen, dass davon mehrere Exemplare existierten.



[1] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9640.

[2]National Archives, Washington, NARA M1944, Records of the American Commission for the Protection and Salvage of Artistic and Historical Monuments in War Areas (The Roberts Commission), 1943–1946, Subject Files, compiled 1944–1946, documenting the period 1940–1946, Loewenisch, URL: https://www.fold3.com/image/270227505?terms=loewenisch [25.6.2015].

[3] Sammlung Dr. Krüger, Meran und anderer Besitz: Gemälde alter und neuzeitlicher Meister, Plastiken der Gotik und des Barock, alte kunsthandwerkliche Arbeiten aus Silber, Bronze, Kupfer [...] (Katalog Nr. 410). Aukt.Kat. Kunsthaus Lempertz, Köln, 26.–29. November 1940, URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lempertz1940_11_26 [31.08.2018], Los-Nr. 337. – Sammlung einer alten rheinischen Familie und anderer Besitz: Gemälde alter und neuzeitlicher Meister, Bildstickereien, Bildteppiche, antike Möbel, Plastiken, Schnitzereien, Waffen, Steinzeug, Fayence, Metallarbeiten (Katalog Nr. 416). Aukt.Kat. Kunsthaus Lempertz, Köln, 28.–29. November 1941, URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lempertz1941_11_28 [31.08.2018], Los-Nr. 347.

 

Bearbeitung
AE