Über die Datenbank

Die Datenbank provenienz.gnm präsentiert die Ergebnisse des Projektes „Systematische Provenienzforschung am Germanischen Nationalmuseum. Erwerbungen zwischen 1933 und 1945“. Die Herkunft jedes der 1.311 in der Datenbank erfassten Objekte wird jeweils in einem Eintrag dargestellt. Darüber hinaus beinhaltet die Datenbank kurze Beiträge zu Personen und Institutionen, die mit diesen Objekten und deren Provenienz in Verbindung stehen.

Mit provenienz.gnm geht eine umfangreiche Forschungsdatenbank zur Provenienz von Museumsbeständen online, die Technologien des Semantic Web nutzt. Die Darstellung der Ergebnisse orientiert sich dabei am Leitfaden des Arbeitskreises für Provenienzforschung sowie an herkömmlichen Objektkatalogen und versucht somit einen digitalen Standard für die Provenienzforschung und deren Publikation bereit zu stellen. Die Provenienz ist vor allem auch auf semantischer Ebene der Datenbankstruktur erschlossen, das heißt dass nicht nur die Objekte, Personen und Institutionen in der Datenbank erfasst sind, sondern auch ihre Beziehung zueinander. Die einzelnen Provenienzschritte werden – neben einem kurzen Text – jeweils in tabellarischer Form erfasst. Für die Umsetzung der Provenienztabelle in der Datenbank wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Museums- und Kulturinformatik innerhalb des Projekts ein eigenes System entwickelt. Mithilfe dessen werden die betreffenden Provenienzschritte nach einem automatisierten Schema hinterlegt, mit Fußnoten versehen und mit den entsprechenden Datensätzen (wie etwa zu jeweiligen Vorbesitzern) vernetzt angezeigt. Die gewonnenen Forschungsdaten werden auf provenienz.gnm nachhaltig zur Verfügung gestellt und können somit zur Grundlage für nachfolgende Projekte werden.

Trotz des hohen Anspruchs an die eigene Arbeit und bestmöglicher Umsetzung dessen können die Angaben auf provenienz.gnm angesichts der zeitlichen Limitierung des Projektes und der technisch aufwändigen Umsetzung unter Umständen noch lücken- oder fehlerhaft sein. Wir danken für mögliche Korrekturen, weiterführende Hinweise oder Denkanstöße jeglicher Art, welche Sie bitte per E-Mail an uns richten können (a.schreck@gnm.de).

 

Hinweise zur Benutzung


1. Zu den Objekten:
Die im Projekt untersuchten Objekte können mittels verschiedener Filter nach bestimmten Schlagworten (Sammlung, Kategorie und Zugangsjahr) angeordnet und zusätzlich durch diverse Sortierfunktionen (Inventarnummer, Datierung, Künstler, Kategorie oder Titel) in gewünschter Reihenfolge (auf- und absteigend) aufgelistet werden.

Zentraler Bestandteil jedes Objekteintrags ist die Provenienztabelle mit dem zugehörigen Bericht zur Objektgeschichte (siehe dazu die Erläuterungen oben). Diesem vorangestellt ist jeweils ein kurzer Satz zur Kategorisierung des Objekts hinsichtlich der Frage des NS-verfolgungsbedingten Entzugs:
 

Kategorie A („grün“)Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich.
Kategorie B („gelb“)Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 konnte nicht eindeutig geklärt werden.
Kategorie C („orange“)Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist bedenklich, es liegen Verdachtsmomente vor.
Kategorie D („rot“)NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei Objekten, die nach Kriegsende an ehemals besetzte Länder zurückgegeben wurden, ist dies mit dem Zusatz „1947/48 an ehem. besetzte Gebiete restituiert“ vermerkt.

NS-verfolgungsbedingt entzogene Objekte (Kategorie D) und als „bedenklich“ eingestufte Objekte (Kategorie C) sind mit der jeweiligen Fund- beziehungsweise in Einzelfällen Suchmeldung in der Lost Art-Datenbank verlinkt.

Jedes Objekt ist darüber hinaus neben technischen Angaben – Inventarnummer, Zugangsregisternummer, Künstler, ggf. frühere Zuschreibung(en), Titel, Material, Maße, Sammlungszugehörigkeit – mit einem Link zum Objektkatalog des Germanischen Nationalmuseums und einem Permalink zum Objekt selbst in provenienz.gnm versehen. Die Ergebnisse der Objektuntersuchung sind jeweils in einem kurzen Eintrag vermerkt (siehe dazu unten). Nicht zu allen untersuchten Objekten liegen Abbildungen vor, da der Fokus dieses Projektes auf der inhaltlichen Erschließung der Provenienz liegt. Zum Teil handelt es sich auch um Kriegsverluste, zu denen keine Abbildungen vorliegen.

Künstler
In vielen Fällen, insbesondere im Bereich des Kunsthandwerks, ist der Name des Künstlers nicht bekannt. Hier wird zuweilen der geographische Bezug genannt (z.B. „Süddeutsch“, „Französisch“, „Augsburg“ oder „Nürnberg“), die Werkstatt oder ein sogenannter Notname zu Hilfe genommen. Frühere Zuschreibungen der Werke werden, sofern bekannt oder vorhanden, gesondert genannt.

Inventarnummer und Sammlung
Die Inventarnummer dient in einem Museum der eindeutigen Identifizierung eines Objektes. Im GNM sind die Inventarnummern historisch gewachsen und basieren auf der Sammlungsstruktur des Hauses. Sie setzen sich aus einem Präfix und einer Zahl zusammen, gelegentlich wird ein Suffix nachgestellt. In dem großen Sammlungsbestand „Kunsthandwerk“ wurde wohl um die Mitte des 20. Jahrhunderts eine Untergliederung nach Materialien vorgenommen. Das heißt, aus dem Bestand der HG-Nummern (HG = Hausgerät) wurden z.B. Objekte aus Keramik mit Ke, Objekte aus Glas mit Gl bezeichnet. Dies hat zur Folge, dass eine Anzahl von Objekten heute zwei Inventarnummern aufweist, wobei die jüngere die aktuell gültige Inventarnummer ist.
Die Suffixe können zum einen oftmals Indikator für Einzelbestandteile eines Objektes oder Hinweis auf Vorder- und Rückseite sein. Im Untersuchungszeitraum erworbene Objekte, die sich (aus unterschiedlichen Gründen) nicht mehr im GNM befinden, wurden im Zuge des Projektes mit dem Hinweis „ehem.“ (ehemals) versehen.
Ein Präfix kann einerseits in mehreren Sammlungen auftauchen, andererseits kann eine Sammlung wiederum auch mehrere Präfixe aufweisen. In der Datenbank tauchen folgende Präfixe auf, welche diversen Sammlungen (in der Tabelle in Klammern genannt) zugeordnet sind.

PräfixBedeutung (in Klammern: zugehörige Sammlung)
ABauteile (Bauteile und historisches Bauwesen)
BABäuerliche Altertümer (Volkskunde)
GdGrabdenkmäler, einschließlich Gipsabgüsse (Skulptur bis 1800)
Gew Gewebe, flache Textilien (Textilien und Schmuck)
GlGlas (Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.; Kunsthandwerk bis 1800)
GmGemälde (Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.; Malerei bis 1800 und Glasmalerei)
HBHistorische Blätter (Graphische Sammlung)
HGHausgerät (Handwerksgeschichte; Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.; Kunsthandwerk bis 1800; Möbel; Spielzeug; Volkskunde)
HzHandzeichnung (Graphische Sammlung)
KeKeramik (Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.; Kunsthandwerk bis 1800; Volkskunde)
KGKirchliches Gerät (Kunsthandwerk bis 1800; Skulptur bis 1800)
MinBildnisminiaturen (Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.; Malerei bis 1800 und Glasmalerei)
MmGlasgemälde des Mittelalters, Mittelalterliche Miniaturen (Malerei bis 1800 und Glasmalerei)
Ph.M.Pharmazeutisches Museum (Wissenschaftliche Instrumente und Medizingeschichte)
Pl.O. Plastik, Originale (Skulptur bis 1800; Kunst und Kunsthandwerk des 19. bis 21. Jh.)
Pl.K.Plastik, Kopie, vor allem Gipsabgüsse (Skulptur bis 1800)
SP Stadtpläne und Prospekte (Graphische Sammlung)
TTracht und Schmuck (Textilien und Schmuck)
WWaffen (Waffen und Jagdkultur)
WIWissenschaftliche Instrumente (Wissenschaftliche Instrumente und Medizingeschichte)
Zunftaltertümer (Handwerksgeschichte)

     

    Zugangsregisternummer
    Im Zugangsregister des Germanischen Nationalmuseums werden Erwerbungsvorgänge von Objekten in den Museumsbestand mit einer Nummer gekennzeichnet: Diese setzt sich aus dem jeweiligen Jahr und einer fortlaufenden Ziffer für jeden Zugang individuell zusammen. Während die meisten Sammlungen des Germanischen Nationalmuseum in einem gemeinsamen Zugangsregister stehen, hat beispielsweise die Graphische Sammlung ein eigenes Verzeichnis. Dessen Nummern bestehen nur aus Ziffern, ohne eine vorangestellte Jahreszahl.

    Objektuntersuchung
    Die Provenienzrecherche ist untrennbar mit dem Objekt verbunden. Bei Provenienzmerkmalen am Objekt kann es sich um Inschriften, Aufkleber oder Markierungen, aber auch beiliegende Zettel handeln. Im Projekt erfolgte keine Untersuchung von Objekten, die bereits durch Schriftquellen als „unbedenklich“ eingestuft werden. Andere Objekte befinden sich nicht mehr in den Beständen des Germanischen Nationalmuseums (z. B. Kriegsverluste, Leihgaben oder bereits zurückgegebene Objekte).

     

    2. Zu den Institutionen:
    Unter „Institutionen“ befinden sich Einrichtungen, die mit der Provenienz der untersuchten Objekte in Verbindung stehen (z. B. Auktionshäuser, Bibliotheken, Galerien, kirchliche oder staatliche Einrichtungen, Kunsthandlungen, Museen, NS-Organisationen). Diese können nach dem Alphabet gefiltert werden. Soweit vorhanden werden in jedem Datensatz die Adresse(n) und beteiligte Personen (Inhaber/Mitarbeiter) angezeigt und verlinkt. Ebenso wird ein Permalink zu Referenzzwecken und bei ausgewählten Kunsthandlungen vertiefende Texte bereitgestellt. Zuunterst sind jegliche im Projekt untersuchte Objekte aus früherem Besitz der betreffenden Institution angefügt.

     

    3. Zu den Personen:
    Unter „Personen“ sind all solche zu finden, die mit der Provenienz der untersuchten Objekte in Verbindung standen (Inhaber/Mitarbeiter von Institutionen, Vermittler oder Vorbesitzer). Die Personen können nach dem Alphabet gefiltert werden. Auf den jeweiligen Personenseiten ist neben Lebensdaten und Orten ein Permalink hinterlegt. Zu ausgewählten Personen stehen ausführlichere Berichte mit weiterführenden Informationen bereit. Zuunterst sind jegliche im Projekt untersuchte Objekte aus früherem Besitz der betreffenden Person angefügt.

     

    Nutzung der Daten auf provenienz.gnm
    Allgemeine Informationen zu Nutzungsbedingungen, Haftungsausschluss und Links können dem Impressum des Germanischen Nationalmuseums entnommen werden. Bei Verwendung von Inhalten der Projektdatenbank provenienz.gnm (insbesondere der Berichte) sind die Permalinks unter Angabe des jeweiligen Autors anzugeben. Stand aller Inhalte der Datenbank ist der 31. August 2018.

     

    Lisa Baluschek, Nadine Raddatz