Koch, Franz

Namensvarianten
Koch, (Friedrich August) Franz, Dr.
Geburtsdaten
04.09.1864, Groß Ottersleben bei Magdeburg
Sterbedaten
02.08.1940, Bad Reichenhall
Adresse
Bad Reichenhall

Franz Koch ist seit spätestens seit 1906 als Sanitätsrat und Kurarzt in Bad Reichenhall nachweisbar. Laut Eintrag in der Kurliste ordinierte er in der Wintersaison in Gardone Riviera am Südwestufer des Gardasees. Er verstarb im August 1940 „glaubenslos“, wie in der Sterbeurkunde vermerkt ist. Testamentarisch vermachte er dem Germanischen Nationalmuseum zwei Objekte, die dem Museum von seiner Nichte Hede Handt überreicht wurden.

Quelle

Bad Reichenhall, Stadtarchiv, Personenstandsregister[1]



[1] Ich danke Johannes Lang, Stadtarchiv Bad Reichenhall, und Thomas Maltan, Standesamt Bad Reichenhall, für Auskünfte zu Franz Koch, Email vom 29.2.2016 bzw. telefonische Auskunft vom 1.3.2016.

Inv.Nr.
KG 1105
Zugangsregisternr.
ZR 1940/37
Material
Kupfer, vergoldet
Maße
Höhe 16,8 cm
Durchmesser Fuß 12,7 cm
Durchmesser Kuppa 10,6 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
nicht erfolgt
DatumProvenienz
spätestens 20.10.1938Franz Koch, Bad Reichenhall, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
07.09.1940Germanisches Nationalmuseum, erworben im Erbgang von Franz Koch[2]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Aus dem Vermächtnis des Sanitätsrats und Kurarztes Franz Koch aus Bad Reichenhall erhielt das Germanische Nationalmuseum im September 1940 den in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datierten Messkelch aus vergoldetem Kupfer (KG 1105) sowie eine Venus- und Amorgruppe aus Frankenthaler Porzellan nach einem Modell von Karl Gottlieb Lück (Ke 618, zuvor HG 9416). Im Zugangsregister ist vermerkt, die beiden Objekte seien von „Frau Oberst Handt“ aus Hamburg überreicht worden. Bei ihr handelt es sich um die Nichte Hede Handt von Franz Koch.[3]

Wie aus Unterlagen im Historischen Archiv des Museums hervorgeht, hatte Koch bereits 1938 angeboten, die beiden Objekte – gegen eine Entschädigungszahlung von 1.000 RM an seine Nichte – dem Germanischen Nationalmuseum testamentarisch zu vermachen. Damals vermerkte er zu der Porzellangruppe, für diese habe die Kunsthandlung Drey in München 1926 1.500 Rentenmark geboten („Für meine Gruppe bot Drey-München 1926 M. 1500 (Rentenmark)“). Aus dem Schreiben geht nicht hervor, ob sich auch der Messkelch bereits 1926 im Besitz von Franz Koch befand. Weitere Unterlagen konnten zu der Erwerbung nicht ermittelt werden, insbesondere nicht in den Akten zu Stiftungen und Vermächtnissen.



[1] HA GNM, GNM-Akten K 131, Ankaufsakten 1937–1939, Schriftwechsel Koch mit Heerwagen, GNM, 20.10.1938 (Nr. 5218), 22.10.1938 (zu Nr. 5218).

[2] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu KG 1105.

[3] StadtA Bad Reichenhall, Personenstandsregister. – Ich danke Johannes Lang, Stadtarchiv Bad Reichenhall, und Thomas Maltan, Standesamt Bad Reichenhall, für Auskünfte zu Franz Koch, Email vom 29.2.2016 bzw. telefonische Auskunft vom 1.3.2016.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
Ke 618
Inv.Nr. (alt)
HG 9416
Zugangsregisternr.
ZR 1940/37
Material
Frankenthaler Porzellan, bemalt
Maße
Höhe Figur 21 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
kein Befund
DatumProvenienz
spätestens 1926Franz Koch, Bad Reichenhall, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
07.09.1940Germanisches Nationalmuseum, erworben im Erbgang von Franz Koch[2]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich.

Aus dem Vermächtnis des Sanitätsrats und Kurarztes Franz Koch aus Bad Reichenhall erhielt das Germanische Nationalmuseum im September 1940 die Venus- und Amorgruppe aus Frankenthaler Porzellan nach einem Modell von Karl Gottlieb Lück (Ke 618, zuvor HG 9416) und einen in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datierten Messkelch aus vergoldetem Kupfer (KG 1105). Im Zugangsregister ist vermerkt, die beiden Objekte seien von „Frau Oberst Handt“ aus Hamburg überreicht worden. Bei ihr handelt es sich um die Nichte Hede Handt von Franz Koch.

Wie aus Unterlagen im Historischen Archiv des Museums hervorgeht, hatte Koch bereits 1938 angeboten, die beiden Objekte – gegen eine Entschädigungszahlung von 1.000 RM an seine Nichte – dem Germanischen Nationalmuseum testamentarisch zu vermachen. Damals vermerkte er zu der Porzellangruppe, für diese habe die Kunsthandlung Drey in München 1926 1.500 Rentenmark geboten („Für meine Gruppe bot Drey-München 1926 M. 1500 (Rentenmark)“). Aus dem Schreiben geht nicht hervor, ob sich auch der Messkelch bereits 1926 im Besitz von Franz Koch befand. Weitere Unterlagen konnten zu der Erwerbung nicht ermittelt werden, insbesondere nicht in den Akten zu Stiftungen und Vermächtnissen.



[1] HA GNM, GNM-Akten K 131, Ankaufsakten 1937–1939, Schriftwechsel Koch mit Heerwagen, GNM, 20.10.1938 (Nr. 5218), 22.10.1938 (zu Nr. 5218).

[2] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 618, HG 9416.

Bearbeitung
AE