Funcke, Cornelius, Deckelvase, um 1710 (Ke 1022)

Funcke, Cornelius, Deckelvase, um 1710 (Ke 1022)
Inv.Nr.
Ke 1022
Inv.Nr. (alt)
HG 9475
Zugangsregisternr.
ZR 1941/70
Alternativer Titel
Achteckige Deckelvase
Material
Fayence. Hellrötlicher Scherben, weiße Zinnglasur, Bemalung in Blau
Maße
Höhe 39,7 cm
Höhe (ohne Deckel) 33,7 cm
Durchmesser (Boden, max) 15,6 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
drei beiliegende Zettel mit jeweils unterschiedlicher Handschrift: 1. Zettel "Ke 1022 / Berlin" in Tinte; 2. Zettel: in Bleistift "Berlin"; 3. Zettel: mit Bleistift oder Kopierstift Vorderseite "Berlin", Rückseite, in Tinte, in Tinte, andere Hs. "Münster, Christoph Bernhard / von, Bischof / 1876, 46."
DatumProvenienz
spätestens 02.11.1937Olga von Wassermann, Berlin, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
06./07.12.1937Grosse (Kunsthandlung Rolph Grosse), erworben auf der Auktion Lange (Kunstauktionshaus Hans W. Lange), Berlin, Los-Nr. 789, Versteigerung der Sammlung Olga von Wassermann[2]
09.10.1941Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Grosse (Kunsthandlung Rolph Grosse)[3]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Olga von Wassermann musste ihre Sammlung 1937 unter dem Druck der NS-Verfolgung versteigern lassen. Das Germanische Nationalmuseum betrachtet die Vase daher als NS-verfolgungsbedingt entzogen und befindet sich derzeit mit den Erben in Verhandlungen zu einer gütlichen Einigung.

 

Siehe dazu:

Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945: Weitere Ergebnisse (Arbeitstitel), URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/393 (Erscheinen in Vorbereitung).



[1] LAB, A Rep. 243-04, Reichskammer für bildende Künste – Landesleitung Berlin, Bd. 28, Unterlagen zur Auktion H.W. Lange 6./7.12.1937, Versteigerungsauftrag Olga von Wassermann, 2.11.1937 [Abschrift?]. – Suchmeldung der Anspruchsberechtigten auf LostArt: http://www.lostart.de/DE/Verlust/405341.

[2] Verschiedener deutscher Kunstbesitz. Gemälde alter und neuerer Meister (zum größten Teil aus Sammlung Budge, Hamburg), Plastik, Bronzen, Möbel, Tapisserien, Textilien, Silber, Porzellan, Majoliken, Fayencen. Versteigerung am 6. und 7. Dezember 1937. Aukt.Kat. Hans W. Lange, Berlin, 6.–7. Dezember 1937, URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lange1937_12_06 [11.08.2017], Los-Nr. 789: „Deckelvase. Kantige Balusterform. Blaumalerei: Blumen- und Behangwerkborten, große Darstellung mit Chinesen in Landschaft. Deckelknauf gekittet. Berlin, um 1700. H. 40,5 cm. (37)“, Abb. T. 62. – LAB, A Rep. 243-04, Reichskammer für bildende Künste – Landesleitung Berlin, Bd. 28, Unterlagen zur Auktion H.W. Lange 6./7.12.1937 (Schätzpreis vmtl. 200 RM, Zuschlagspreis 100 RM).

[3] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 1022, HG 9475 (Kaufpreis 450 RM). – HA GNM, GNM-Akten K 133, Ankaufsakten 1940/41, Schriftwechsel Grosse mit Kohlhaußen, GNM, 18.12.1941 (Nr. 3658), 22.12.1941 (Nr. 3653), 23.12.1941 (Nr. 3656); GNM-Akten K 3411, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1941, Beleg Nr. 208/76, Transportunterlagen, 3.10.1941, Beleg Nr. 269/95, Rechnung Grosse, 24.9.1941, Quittung Grosse 7.1.1942. Der Erwerb erfolgte zusammen mit Pl.O. 2802 und einem weiteren Objekt (Braunschweiger Kännchen; s. dazu den o.g. Beitrag), das beim Transport beschädigt worden war und zurückgegeben wurde. Daher verzögerte sich die Bezahlung der Rechnung offenbar bis Dezember 1941.

Bearbeitung
AE (Text und Recherche)
JW (Recherche)