Wilm, Hubert

Namensvarianten
Wilm, Hubert, Dr.
Geburtsdaten
17.11.1887, Kaufbeuren
Sterbedaten
27.04.1953, München
Adresse
München

Der Münchner Maler, Graphiker und Kunsthistoriker Hubert Wilm stand in engem Kontakt mit dem Germanischen Nationalmuseum. Unter anderem verfasste er 1922 einen Bestandskatalog der mittelalterlichen Plastik. Seine umfangreiche Sammlung von mittelalterlicher und barocker Plastik, aus der das Museum wiederholt Ankäufe tätigte, wurde 1931 im Münchner Kunstverein ausgestellt und 1952 in Köln versteigert.

 

Literatur

Hubert Wilm: Mittelalterliche Plastik im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg. Nürnberg 1922

Hubert Wilm: Die gotische Holzfigur. Ihr Wesen und ihre Entstehung. Leipzig 1929

Julius Baum: Die Sammlung Hubert Wilm in München. Leipzig 1929

Sammlung Hubert Wilm. Deutsche Bildwerke und Werkkunst des 12.–18. Jahrhunderts. Bearb. von Julius Baum, Adolf Feulner. Ausst.Kat. Kunstverein München. München 1931

Hubert Wilm: Die Sammlung Georg Schuster. München 1937

Hubert Wilm: Madonnen, Engel, Sterne. Erinnerungen eines Kunstsammlers. Wien u.a. 1952

Sammlung Dr. Hubert Wilm, München: Antike Kleinkunst, Plastik in Stein, Ton und Holz von 1150 bis 1800, Figürliche Bronzen von 1150 bis 1800, Kunstgewerbe des 13. bis 18. Jahrhunderts, Graphik des 16. bis 20. Jahrhunderts (Katalog Nr. 435). Aukt.Kat. Kunsthaus Lempertz, Köln 1952

Hubert Wilm 1887–1953. Künstler, Kunstsammler, Kunsthistoriker. Bearb. von Alois Epple, Hartfrid Neunzerl. Ausst.Kat. Stadtmuseum Landsberg a. Lech (Kunstgeschichtliches aus Landsberg a. Lech. Beiträge zu Kunstgeschichte und Volkskunde 3). Landsberg a. Lech 1987

Inv.Nr.
Pl.O. 2552
Zugangsregisternr.
ZR 1933/30
Material
Holz, weiß, gefasst
Maße
Höhe 70 cm
Sammlung
Skulptur bis 1800
Objektuntersuchung
kein Befund
DatumProvenienz
spätestens 1931Hubert Wilm, München, erworben von Kirche Weihmörting, Niederbayern[1]
Juli 1933Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Hubert Wilm[2]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich.

Die beiden Leuchterengel wurden im Juli 1933 bei Hubert Wilm, München, angekauft. Der Eintrag ins Zugangsbuch erfolgte erst am 24. August des Jahres. Die Engel sind bereits 1931 in einem Ausstellungskatalog der Sammlung Wilm verzeichnet. Ihre Provenienz ist dort mit „aus der Kirche Weihmörting, Niederbayern“ angegeben. In einem Katalog der Sammlung Wilm von 1929 sind sie nicht verzeichnet; vermutlich fand der Ankauf durch Wilm also zwischen 1929 und 1931 statt.[3] Im Eintrag zur St. Martinskirche Weihmörting im Kunstdenkmälerverzeichnis von 1929 werden zwei „Engelchen auf Wolken“ aus dem 18. Jahrhundert an der Südwand der Kirche genannt, bei denen es sich um Pl.O. 2552 handeln könnte.[4]

Vom Germanischen Nationalmuseum wurden die beiden Engel zusammen mit dem Bogen spannenden Amor (Pl.O. 2553) für 4.000 RM erworben. Aus den Ankaufsunterlagen geht hervor, dass für den Amor 3.000 RM gezahlt wurden, der Preis für die beiden Engel also bei 1.000 RM lag.

 
 


 

[1] Sammlung Hubert Wilm. Deutsche Bildwerke und Werkkunst des 12.–18. Jahrhunderts. Bearb. von Julius Baum, Adolf Feulner. Ausst.Kat. Kunstverein München. München 1931, S. 70–71, Kat.Nr. 121, 122, Abb. S. 71.

[2] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Pl.O. 2552 (Kaufpreis 1.000 RM). – HA GNM,GNM-Akten K 125, Ankaufsakten 1933, Schriftwechsel Wilm mit Zimmermann, GNM, 1.7.1933 (o. Nr.), 6.7.1933 (Nr. 4043); GNM-Akten K 3134, Hauptmuseumsfonds Ein- und Ausgabebelege 1933, Beleg Nr. 139/28, Schriftwechsel Wilm mit Zimmermann, GNM, 4.7.1933, 4.8.1933, Quittung Wilm 4.7.1933, 16.9.1933.

[3] Julius Baum: Die Sammlung Hubert Wilm in München. Leipzig 1929.

[4] Felix Mader (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Bd. 21: Bezirksamt Griesbach, bearb. von Anton Eckardt. München 1929, S. 324. – Die Skulpturen werden nicht erwähnt in Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bd. 3: Süddeutschland, 1. Aufl. 1908, 3. Aufl. 1925. Berlin 1908/1925.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
Pl.O. 2553
Inv.Nr. (alt)
Pl.O. 1877
Zugangsregisternr.
ZR 1933/31
Material
Walnussholz
Maße
Höhe 26,7 cm
Breite 12,5 cm
Tiefe 11 cm
Sammlung
Skulptur bis 1800
Objektuntersuchung
nicht erfolgt
DatumProvenienz
vor 1921Germanisches Nationalmuseum, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
06.11.1921Hubert Wilm, München, erworben von Germanisches Nationalmuseum[2]
Juli 1933Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Hubert Wilm[3]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 ist rekonstruierbar und unbedenklich.

Der Putto befand sich bis 1921 im Germanischen Nationalmuseum (Pl.O. 1877) und wurde dann an Hubert Wilm abgegeben. Die Figur ist 1929 und 1931 in Publikationen zur Sammlung Wilm verzeichnet, befand sich also vermutlich durchgehend in Wilms Besitz. 1933 kaufte das Museum den Putto von Wilm zurück, der Eintrag ins Zugangsbuch erfolgte erst am 24. August des Jahres. Die Provenienz vor 1925 ist in den Unterlagen des Museums und im Bestandskatalog der Skulpturensammlung (Josephi 1910) nicht verzeichnet („alter Besitz“).

Der Bogen spannende Amor wurde gemeinsam mit Pl.O. 2552 für 4.000 RM erworben. Aus den Ankaufsunterlagen geht hervor, dass davon für den Amor 3.000 RM gezahlt wurden.

 


[1] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Pl.O. 1877, Pl.O. 2553. –Walter Josephi: Die Werke plastischer Kunst (Kataloge des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg). Nürnberg 1910, S. 303–304, Kat.Nr. 499.

[2] Julius Baum: Die Sammlung Hubert Wilm in München. Leipzig 1929, Nr. 60. –Sammlung Hubert Wilm. Deutsche Bildwerke und Werkkunst des 12.–18. Jahrhunderts. Bearb. von Julius Baum, Adolf Feulner. Ausst.Kat. Kunstverein München. München 1931, S. 39, Kat.Nr. 49.

[3] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Pl.O. 1877, Pl.O. 2553 (Kaufpreis 3.000 RM). – HA GNM,GNM-Akten K 125, Ankaufsakten 1933, Schriftwechsel Wilm mit Zimmermann, GNM, 1.7.1933 (o. Nr.), 6.7.1933 (Nr. 4043); GNM-Akten K 3134, Hauptmuseumsfonds Ein- und Ausgabebelege 1933, Beleg Nr. 139/28, Schriftwechsel Wilm mit Zimmermann, GNM, 4.7.1933, 4.8.1933, Quittung Wilm 4.7.1933, 16.9.1933.

Bearbeitung
AE