Kiel, Lavendelvase, um 1765 (Ke 2109)

Kiel, Lavendelvase, um 1765 (Ke 2109)
Inv.Nr.
Ke 2109
Inv.Nr. (alt)
HG 9565
Zugangsregisternr.
ZR 1942/31
Alternativer Titel
Potpourrivase
Lavendelkrug
Material
Fayence, milchige Glasur, bunte Muffelmalerei
Maße
Höhe 33,2 cm
Durchmesser oben 14,7 cm
Durchmesser Leib 18,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
Manganmarke K / T / P
DatumProvenienz
01.07.1942Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Steinhauser (Kunsthandlung Ludwig Steinhauser)[1]
Die Provenienz für den Zeitraum 1933 bis 1945 konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Die Lavendelvase wurde 1942 beim Münchner Kunsthändler Ludwig Steinhauser für 2.100 RM erworben. Laut Eintrag im Zugangsregister wurden 1.500 RM davon „durch Abgabe von Tauschobjekten beglichen“. Abgegeben wurden laut der Rechnung Steinhausers ein Zinnhumpen (Z 1765), ein kupferner Schwenkkessel (HG 3857) sowie aus dem im Mai 1941 ins Haus gekommenen Vermächtnis Guido von Volckamers 14 noch nicht inventarisierte Objekte (zwei Nürnberger Enghalskrüge, drei Nürnberger Walzenkrüge und jeweils ein Thüringer Walzenkrug, Ansbacher Krug, süddeutscher Birnenkrug, mitteldeutscher Walzenkrug, schwäbischer Birnenkrug, großer Bayreuther Teller, kleiner Bayreuther Teller, Nürnberger Teller, kalt bemalter Walzenkrug). Die Vase lässt sich bislang weiter nicht im Kunsthandel nachweisen, insbesondere nicht in Ankäufen Steinhausers auf Versteigerungen des Münchner Auktionshauses Adolf Weinmüller.[2] Steinhauser gehört zu den Kunsthändlern, die Teile der 1938 beschlagnahmten Sammlung von Igo Levi übernahmen.[3] Es gibt aktuell keine Hinweise auf eine Herkunft der Fayencevase aus der Sammlung Levi.

Eine ähnliche Vase wurde 1912 bei Hugo Helbing versteigert, doch weist sie, den Angaben und der Abbildung im Auktionskatalog nach zu urteilen, Unterschiede im plastischen Dekor und der Farbigkeit auf.[4]



[1] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 2109, HG 9565 (Kaufpreis 2.100 RM, davon 1.500 RM „durch Abgabe von Tauschobjekten beglichen“, s. die Auflistung auf der Rechnung Steinhausers). – HA GNM, GNM-Akten K 3374, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1942, Beleg Nr. 69/19, Rechnung und Quittung Steinhauser, 1.7.1942.

[2] Ich danke Meike Hopp, ZI München, für Auskünfte zu den Erwerbungen Steinhausers auf Weinmüller-Auktionen, Email vom 30.5.2016.

[3] S. dazu Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.

[4] Europäische Keramik des 16. bis 18. Jahrhunderts: Steinzeug, Böttgerware, Fayence, Porzellan; ferner Arbeiten in Glas, Zinn, Metall, sowie Uhren aus dem Besitze des Freiherrn Rudolf von Gasser †, München, langjährigen bayerischen Gesandten in St. Petersburg. Aukt.Kat. Hugo Helbing, München, 28. Februar 1912, URL: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/helbing1912_02_28/0040, https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/helbing1912_02_28/0106 [31.08.2018], Los-Nr. 294, Taf. X.

Bearbeitung
AE