Bergold, Friedrich

Namensvarianten
Bergold, Friedrich Dr.
Geburtsdaten
15.03.1899
Sterbedaten
20.09.1983
Adresse
Nürnberg
Inv.Nr.
Ke 304
Inv.Nr. (alt)
HG 9303
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Alternativer Titel
Fuldaer Fayenceplatte
Material
Fayence, weiß glasiert; Aufglasurfarben
Maße
Durchmesser 30,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
kein Befund
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]
05.10.1950Germanisches Nationalmuseum, erworben im Tausch von Igo Levi, Nürnberg [6]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[7] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, 208, Kat.Nr. 9.1, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 304, HG 9303. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von Ke 304 sind auf der Rechnung 700 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 259 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi.

[6] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 304, HG 9303, ZR 1950/41; Akte Levi, Tauschvertrag, 5.10.1950 (Tausch gegen HG 8406, Humpen aus Nürnberger Fayence mit der Darstellung der Rebekka am Brunnen mit bunter Scharffeuermalerei, signiert von Kordenbusch).

[7] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9304 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Nürnberger Fayence, Scharffeuermalerei
Maße
Höhe ohne Deckel 30,3 cm
Höhe mit Deckel 34,2 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).

HG 9304 ist möglicherweise identisch mit einem Objekt, das 1962 in der Nachlass-Versteigerung der (nach 1945 neu zusammengetragenen) Sammlung Igo Levi unter Los-Nr. 173 angeboten wurde: „Enghalskrug. Hals mit Querrillen, konisch nach oben erweitert, Zopfhenkel. In blassen Scharffeuerfarben bemalt, auf weißer, rötlich schimmernder Glasur […]: Vorn in bewegter passiger Kartusche Wappen (Mann mit Bäumchen und Kleeblatt, dazu die Initialen F.C.K. und die Jahreszahl 1739). An den Seiten Fruchtkörbe mit Akanthus- und Bandelwerk. Am Hals Blüten mit Bandelwerk-Einfassung. Am Boden Mangan-Marke S: P.C. Schwab. Barocke Zinnmontierung, H. 29,7 bzw. 35 cm. – Sprung im Hals“.[7]

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.

 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9308. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9304 sind auf der Rechnung 2.000 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 740 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

[7] Süddeutsche Fayence- und Hafnerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Freiwillige Versteigerung Sammlung Igo Levi, Luzern (Katalog 89). Bearb. von Eberhard von Cranach-Sichart. Aukt.Kat. Weinmüller/Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, 11.–12. April 1962, Los-Nr. 173, Taf. 78.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9308 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Alternativer Titel
Klein-Figur des Apostel Paulus
Material
Fayence, bunte Scharffeuermalerei
Maße
Höhe 31,4 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

HG 9308 ist möglicherweise identisch mit einem Objekt, das 1962 in der Nachlass-Versteigerung der (nach 1945 neu zusammengetragenen) Sammlung Igo Levi unter Los-Nr. 355 angeboten wurde: „Apostelfigur auf trapezförmigem Rocaillesockel. In bunten Muffelfarben bemalt […]. Um 1760. H. 31,5, B. des Sockels 17,3 cm“.[7]

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 
 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9308. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9308 sind auf der Rechnung 700 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 259 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

[7] Süddeutsche Fayence- und Hafnerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Freiwillige Versteigerung Sammlung Igo Levi, Luzern (Katalog 89). Bearb. von Eberhard von Cranach-Sichart. Aukt.Kat. Weinmüller/Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, 11.–12. April 1962, Los-Nr. 355, Farbtaf. 20.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9310 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Alternativer Titel
Klein-Figur eines Türken mit Lichthaltern
Material
Fayence
Maße
Höhe 27,6 cm
Breite 22,7 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

HG 9310 ist möglicherweise identisch mit einem Objekt, das 1962 in der Nachlass-Versteigerung der (nach 1945 neu zusammengetragenen) Sammlung Igo Levi unter Los-Nr. 325 angeboten wurde: „Leuchter-Tafelaufsatz. Ein Türke in Turban und langwallendem Mantel hält stehend zwei grüne Äste, die aus gemeinsamem Stamm wachsen, sich gabeln, an der Gabelung ein Salzschälchen aufnehmen und gekurvt als breite Leuchterschalen (mit weißer Tülle) enden. Die dritte Tülle nimmt der Turban des Türken auf. Auf der ovalen Vierpaß-Sockelplatte drei weitere Salz- u. Pfefferschälchen. Bunte Muffelmalerei. Um 1760. H. 28.2, Sockel 22 x 20 cm“.[7]

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.

 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9308. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9310 sind auf der Rechnung 2.200 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 814 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

[7] Süddeutsche Fayence- und Hafnerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Freiwillige Versteigerung Sammlung Igo Levi, Luzern (Katalog 89). Bearb. von Eberhard von Cranach-Sichart. Aukt.Kat. Weinmüller/Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, 11.–12. April 1962, Los-Nr. 325, Farbtaf. 15.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
Ke 305
Inv.Nr. (alt)
HG 9306
Fremd-Inv.Nr.
Slg. Levi, Inv.Nr. 47
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Alternativer Titel
Künersberger Birnkanne
Material
Fayence, Aufglasurfarben
Maße
Höhe 17,5 cm
Durchmesser (Boden) 8,3 cm
Durchmesser (max.) 15,6 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
kein Befund
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]
05.10.1950Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Schenkung von Igo Levi, Nürnberg [6]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[7] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, 208, Kat.Nr. 9.2, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 305, HG 9306. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von Ke 305 sind auf der Rechnung 180 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 66,60 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi.

[6] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 305, HG 9306, ZR 1950/42.

[7] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
Ke 511
Inv.Nr. (alt)
HG 9316
Fremd-Inv.Nr.
Slg. Levi, Inv.Nr. 293
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Künersberger Fayence, Muffelmalerei, Vergoldung
Maße
Höhe 13,7 cm
Durchmesser 22,8 cm
Durchmesser (Boden) 7,5 cm
Tiefe 12,1 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
Objektuntersuchung
kein Befund
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]
18.02.1952Germanisches Nationalmuseum, erworben im Tausch von Igo Levi, Nürnberg [6]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[7] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, 209, Kat.Nr. 9.3, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 
 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 511, HG 9316. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von Ke 511 sind auf der Rechnung 600 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 222 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi.

[6] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu Ke 511, HG 9316, ZR 1952/17.

[7] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9307 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Fayence
Maße
Höhe ohne Deckel 16,1 cm
Höhe mit Deckel 21 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum,  (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.

 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9307. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9307 sind auf der Rechnung 750 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 277,50 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9309 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Künersberger Fayence, Scharffeuermalerei
Maße
Höhe 24,6 cm
Höhe mit Deckel 29 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).  

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9309. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9309 sind auf der Rechnung 300 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 111 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9313 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Höchster Fayence, Muffelmalerei, kalt bemalt
Maße
Höhe 17,5 cm
Länge 16,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).  

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 
 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9313. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9313 sind auf der Rechnung 1.200 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 444 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9314 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Künersberger Fayence, Muffelmalerei
Maße
Durchmesser 25 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9314. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9314 sind auf der Rechnung 900 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 333 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9317 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Ludwigsburger Fayence, Scharffeuermalerei, kalt bemalt
Maße
Höhe 14,3 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).  

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392

 
 


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9317. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9317 sind auf der Rechnung 65 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 24,05 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9319 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Künersberger Fayence, Muffelmalerei, Silbermontierung (Griff oben), Gold, abgegriffen (Griff unten)
Maße
Länge 20,3 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9319. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9319 sind auf der Rechnung 175 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 64,75 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9320 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Nürnberger Fayence, blaue Scharffeuermalerei
Maße
Höhe 8,1 cm
Durchmesser 5,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9320. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9320 sind auf der Rechnung 180 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 66,60 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9321 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Schrezheimer Fayence, Muffelmalerei
Maße
Höhe 14,1 cm
Höhe mit Deckel 18,6 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9321. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9321 sind auf der Rechnung 250 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 92,50 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9322 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Ansbacher Fayence, weiß glasiert, reich kalt bemalt
Maße
Höhe 42,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9322. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9322 sind auf der Rechnung 400 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 116,50 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution zunächst als Leihgabe im Museum und wurde 1949 an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9305 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Fayence, grün glasiert, Schwarzlot- und Muffelmalerei
Maße
Breite 7,2 cm
Tiefe 5,3 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9305. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9305 sind auf der Rechnung 500 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 185 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum. Es ist nicht im Leihvertrag vom 15.9.1949 enthalten, gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9311 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Künersberger Fayence, Muffelmalerei
Maße
Höhe 48,3 cm
Breite 47,6 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9311. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9311 sind auf der Rechnung 1.400 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 518 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9312 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Alternativer Titel
Walzenkrug aus der sog. "Grünen Familie"
Material
Ansbacher Fayence, Muffelmalerei
Maße
Höhe 18,8 cm
Höhe mit Deckel 23,9 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42). 

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.


[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9312. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9312 sind auf der Rechnung 1.800 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 666 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9315 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Schrezheimer Fayence, Muffelmalerei
Maße
Höhe 23,5 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).

HG 9315 ist möglicherweise identisch mit einem Objekt, das 1962 in der Nachlass-Versteigerung der (nach 1945 neu zusammengetragenen) Sammlung Igo Levi unter Los-Nr. 328 angeboten wurde. Im Text zum Objekt wird ein „Exemplar im Germ. Mus. Nürnberg“ erwähnt. Hierbei handelt es sich vermutlich um das Exemplar aus der Sammlung Levi. Möglicherweise war dem Verfasser des Katalogeintrags nicht bekannt, dass das Objekt bereits an Levi zurückgegeben worden war: „Halbfigur eines Mohren auf Rocaillesockel, der in der Mitte eine muschelartige Öffnung hat. Der Mohrenfürst trägt eine Federkrone, Perlenohrringe und ein Schmuckhalsband. Die rechte Hand ist in die Hüfte gestemmt, die linke auf die Brust gelegt. Über der rechten Schulter hängt ein Band für Köcher und Pfeile. Bemalung in bunten Scharffeuerfarben. Um 1780. H. 23.5 cm. – Das Exemplar im Germ. Mus. Nürnberg ist als Kerzenhalter mit Tülle in der Krone gebildet […]“.[7]

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 18). Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4] Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9315. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9315 sind auf der Rechnung 2.500 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 925 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

[7] Süddeutsche Fayence- und Hafnerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Freiwillige Versteigerung Sammlung Igo Levi, Luzern (Katalog 89). Bearb. von Eberhard von Cranach-Sichart. Aukt.Kat. Weinmüller/Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, 11.–12. April 1962, Los-Nr. 328, Farbtaf. 17. – Heike Zech, Nürnberg, danke ich für Auskünfte zu HG 9315.

Bearbeitung
AE
Inv.Nr.
HG 9318 (ehem.)
Zugangsregisternr.
ZR 1939/14
Material
Crailsheimer Fayence, braun glasiert, Email-Schmelzfarben
Maße
Höhe 17,3 cm
Höhe mit Deckel 23 cm
Sammlung
Kunsthandwerk bis 1800
DatumProvenienz
spätestens 1938Igo Levi, Nürnberg, erworben von Unbekannte(r) Vorbesitzer [1]
November 1938beschlagnahmt durch Deutsche Arbeitsfront, Nürnberg [2]
1939in (vermutlich eingeschränkter) Verfügungsgewalt von Friedrich Bergold, Nürnberg [3]
1939Germanisches Nationalmuseum, erworben durch Kauf von Friedrich Bergold[4]
1947restituiert an Igo Levi, Nürnberg [5]

NS-verfolgungsbedingt entzogen

 

Bei diesem Objekt handelt es sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut: Es stammt aus der 1938 beschlagnahmten Sammlung Levi, aus der das Museum 1939 insgesamt 20 Fayencen erwarb (HG 9304 (ehem.), HG 9305 (ehem.), HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9310 (ehem.), HG 9311 (ehem.), HG 9312 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9315 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9318 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.), Ke 304, Ke 305, Ke 511).

1947 wurden die 20 Fayencen an Igo Levi restituiert und befanden sich anschließend als Leihgaben im Museum. 10 Fayencen wurden 1949 an Levi zurückgegeben (HG 9307 (ehem.), HG 9308 (ehem.), HG 9309 (ehem.), HG 9313 (ehem.), HG 9314 (ehem.), HG 9317 (ehem.), HG 9319 (ehem.), HG 9320 (ehem.), HG 9321 (ehem.), HG 9322 (ehem.)). Über den Verbleib der weiteren wurde ein Leihvertrag geschlossen,[6] sie wurden später zu einem unbekannten Zeitpunkt zurückgegeben – bis auf drei Fayencen, die sich heute noch im Germanischen Nationalmuseum befinden: Ke 304 und Ke 511 wurden 1950 beziehungsweise 1952 im Tausch erworben (ZR 1950/41, ZR 1952/17), Ke 305 erhielt das Museum 1950 von Igo Levi zum Geschenk (ZR 1950/42).

HG 9318 ist möglicherweise identisch mit einem Objekt, das 1962 in der Nachlass-Versteigerung der (nach 1945 neu zusammengetragenen) Sammlung Igo Levi unter Los-Nr. 244 angeboten wurde: „Walzenkrug. Hafnerkeramik. Fayenceglasur auf braunem Bleiglanzfond. In bunten Muffelfarben bemalt: Liebespaar, sich begegnend und einander Blumen präsentierend. Am Boden Blumen, seitlich chinesische Stauden, oben ein bunter Vogel und Insekten. Glatte Zinnmontierung mit Nürnberger Stadtzeichen. Um 1750. H. 16,5 bzw. 22,5 cm. Ähnliche Stücke wie Nr. 244 und 245 nur in den Museen in München, Nürnberg und Hamburg“.[7] Welches Stück in Nürnberg hier gemeint ist, ist unklar. Möglicherweise handelt es sich um eine Verwechslung und die Bemerkung bezieht sich auf das ehemals im Germanischen Nationalmuseum befindliche Objekt der Sammlung Levi.

 

Siehe dazu:

Anja Ebert: Die Sammlung Igo Levi – „Versteigert“ im Germanischen Nationalmuseum? In: Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945. Bearb. von Anne-Cathrin Schreck, Anja Ebert, Timo Saalmann. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2017, S. 180–199, URL: http://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/392.



[1] Die Sammlung Levi wurde im November 1938 von der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg beschlagnahmt, s. dazu den o.g. Beitrag und die folgende Anmerkung.

[2] S. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi; Rep. 218/1 II Staatspolizeistelle Nbg.-Fürth, Arisierungsakten, Nr. 39, XI/53 c, Bl. 53A, 54A, 55A, Niederschrift der Vernehmung von Igo Levi durch die Staatspolizei Nbg.-Fürth, 30.1.1939. – HA GNM, GNM-Akten K 421, Verschiedenes 1938/39, Kohlhaußen, GNM, an Adolf Feulner, 13.2.1939 (Nr. 691).

[3] Die genaue Rolle von Friedrich Bergold in der Veräußerung der Sammlung Levi ist unklar. Bergold war nach der Verhaftung Levis in der Pogromnacht 1938 von den NS-Behörden als Treuhänder in Levis Betriebe eingesetzt worden. Nach der Beschlagnahme der Sammlung setzte er sich offenbar dafür ein, dass der Erlös aus dem Verkauf für die Bezahlung einer Betriebsstrafe und weiterer diskriminierender Abgaben Levis verwendet wurde, s. dazu StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi.

[4]Registrar GNM, Zugangsregister, Inventarbuch, Inventarkarte zu HG 9318. Zum Ankauf des Konvoluts hat sich eine Rechnung mit Einzelposten erhalten, s. HA GNM, GNM-Akten K 3226, Hauptmuseumsfonds Ausgabebelege 1938, Beleg Nr. 339, Rechnung Bergold, 13.2.1939, Quittung Bergold, 23.3.1939. Der tatsächlich bezahlte Kaufpreis betrug nur 37% der dort angegebenen Summe. Im Fall von HG 9318 sind auf der Rechnung 300 RM ausgewiesen, an Bergold wurden 111 RM gezahlt. Bergold gab nach dem Krieg an, die Rechnung nicht selbst ausgestellt zu haben, s. StAN, Rep. 225/34, WB IIIa 3317, Wiedergutmachungsakte Levi, Bl. 110–114, Kanzlei Arnold an Wiedergutmachungskammer des LG Nürnberg-Fürth, 15.5.1956.

[5] Registrar GNM, Akte Levi. – Das Objekt befand sich nach der Restitution bis mindestens 1949 als Leihgabe im Museum, s. Leihvertrag, 15.9.1949. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es an Levi zurückgegeben.

[6] Registrar GNM, Akte Levi, Leihvertrag, 15.9.1949. Im Leihvertrag nicht enthalten ist HG 9305, es gehört aber lt. Inv.buch ebenfalls zu den Leihgaben von 1949.

[7]Süddeutsche Fayence- und Hafnerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Freiwillige Versteigerung Sammlung Igo Levi, Luzern (Katalog 89). Bearb. von Eberhard von Cranach-Sichart. Aukt.Kat. Weinmüller/Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, 11.–12. April 1962, Los-Nr. 244, Taf. 105. – Heike Zech, Nürnberg, danke ich für Auskünfte zu HG 9318.

Bearbeitung
AE